Liebeskummer stoppen: mit Achtsamkeitsübungen

Kennen Sie das? Denken Sie nicht an einen rosaroten Elefanten – woran denken Sie? Genau! An den rosaroten Elefanten. Genau so verhält es sich mit dem Expartner: eigentlich möchten Sie gar nicht an ihn denken, irgendetwas in Ihrem Inneren zwingt Sie jedoch dazu. Die Psychologie bezeichnet dieses Phänomen als Aufmerksamkeitssteuerung.

In jeder Situation sind Menschen von einer Vielzahl von Objekten und Ereignissen umgeben – mehr als sie zeitgleich wahrnehmen können, d. h., es sind in jeder Situation viel mehr Gedächtnisinhalte verfügbar als abgerufen werden können und es sind auch mehr Aktivitäten möglich, als tatsächlich ausgeführt werden können. Daher sind Aufmerksamkeitsprozesse notwendig, die in jedem Augenblick immer wieder aufs Neue auswählen müssen, was wahrgenommen wird, welche Gedächtnisinhalte aktiviert werden und was getan werden soll. Im Gehirn finden daher ständig Wettbewerb, Auswahl und Prioritätskontrolle statt.

Aufmerksamkeit ist die Zuweisung von Bewusstseinsressourcen auf Bewusstseinsinhalte, etwa auf alles, was mit dem Expartner zu tun hat. Wenn Sie sich nun vornehmen, NICHT an ihn/sie zu denken, ist Ihre Aufmerksamkeit bereits beim Expartner und somit wird der Liebeskummer wieder verstärkt.

Sie können jedoch bewusst Ihre Aufmerksamkeit auf andere Inhalte lenken. Hier nun 5 Achtsamkeitsübungen, die Sie täglich anwenden und in Ihren Alltag integrieren können. Wie Sie vielleicht aus meinem Buch wissen, sind alle Übungen aus einem bestimmten und wichtigen Grund in der Du-Form beschrieben. So auch diese. Viel Spaß beim Üben!

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ATMEN – Folge der Luft, die durch deinen Körper strömt

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Der Anfang aller Meditationen ist das konzentrierte Atmen. Zum Einstieg versuchst Du, drei Minuten nur auf Deinen Atem zu achten. Setz Dich aufrecht, aber bequem hin und schließe die Augen. Folge Deinem Atem. Versuche nicht, ihn zu regulieren. Lass ihn fließen und beobachte, wie er in Deinen Körper hinein- und wieder herausströmt. Es kann sein, dass Dir der Gedanke kommt, dass es eigentlich langweilig oder sinnlos sei, dazusitzen und den eigenen Atem zu beobachten. Dann sagst Du Dir, dass das nur ein Gedanke Deines urteilenden Verstandes ist. Lass ihn los und widme Dich wieder dem Atem.

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SITZMEDITATION – Komme in Fühlung mit Deinem Sein

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Die Sitzmeditation ist das Herzstück in der Meditationspraxis. Bemühe Dich um eine aufrechte, aber zugleich entspannte Sitzposition, in der Du eine Weile verweilen kannst. Kopf, Nacken und Rücken bilden eine gerade Linie, sodass der Atem ungehindert ein- und ausströmen kann. Wenn Du auf einem Stuhl sitzt, stell beide Füße fest auf den Boden und lehn Dich nicht an. Der Rücken hält sich aus eigener Kraft aufrecht und verleiht so Deiner inneren Haltung von Selbstvertrauen, Selbstakzeptanz und konzentrierter Aufmerksamkeit Ausdruck. Sitzt Du auf dem Boden, erleichterst Du Dir das aufrechte Sitzen durch ein Kissen. Zu Beginn folgst Du zehn Minuten Deinem Atem. Mit der Zeit verlängerst Du die Sitzungen, bis Du eine halbe Stunde oder länger am Stück sitzen kannst.

 

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BODY-SCAN IM LIEGEN – Spüre Deinen Körper intensiv immer wieder neu

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Lege Dich bequem auf den Rücken, auf eine weiche Unterlage, deck Dich zu und schließe die Augen. Spüre, wie sich Deine Bauchdecke mit jedem Atemzug hebt und senkt. Nimm Deinen Körper bewusst als Ganzes wahr – von Kopf bis Fuß umgeben von Deiner Haut, einer schützenden Hülle. Lenke Deine Aufmerksamkeit in die Zehen des linken Fußes. Leine auch Deinen Atem dorthin, atme bis in die Zehen hinein und wieder heraus. Vielleicht dauert es ein bisschen, bis Dir das gelingt. Erspüre, welche Empfindungen von Deinem Zehen ausgehen. Wenn Du nichts spürst, ist das auch in Ordnung. Nun verschiebst Du Punkt um Punkt Deine Aufmerksamkeit in Deinem Körper. Du atmest und spürst in die Fußsohle, die Ferse, den Fußrücken, die Knöchel, das Bein hoch und weiter durch den ganzen Körper bis hinauf zum Kopf. Schweifen Deine Gedanken ab, holst Du sie zurück in die Körperregion, in der Du gerade bist. Wenn Du Probleme hast, wach zu bleiben, mach den Body-Scan mit offenen Augen. Sei geduldig mit Dir selbst und gib nicht auf! Übe an sechs Tagen in der Woche jeweils 45 Minuten. Stell das tägliche Üben nicht infrage und bewerte es nicht. Erst nach zwei Wochen überlegst Du in Ruhe, ob es sich für Dich lohnt, weiterzumachen.

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GEHMEDITATION – Der Weg ist das Ziel, Du musst nirgendwo ankommen

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Bei der Gehmeditation gehst Du um des Gehens selbst willen und nicht, um an einen anderen Ort zu gelangen. Beginne übertrieben langsam. Achte darauf, wie Du Deinen Fuß auf den Boden setzt, das Gewicht verlagerst. Wie Du dann den anderen Fuß hebst, ihn nach vorn bewegst und ebenfalls aufsetzt. Den Blick richtest Du nach vorn. Schau nicht auf Deine Füße – sie finden ihren Weg. Sollte Dein Verstand Zweifel anmelden und das sinnlos finden, schickst Du den Gedanken weg und widmest Deine Aufmerksamkeit wieder ganz dem Wunder jedes einzelnen Schrittes.

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MEDITATION IM ALLTAG – Belebe die Routine, indem Du achtsam bist

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Jede Handlung kann zum Gegenstand von Achtsamkeit werden. Jedes Tun, jedes Erlebnis wird lebendiger, strahlender, wirklicher, wenn Du achtsam bist. Versuche, jeden Moment Deines Lebens bewusst zu begegnen. So versäumst Du auch bei den einfachen Verrichtungen keinen einzigen Augenblick.

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