Internet-Therapie: ist das wirksam?

Amsterdamer Forscher beweisen, dass die Heilung psychischer Probleme per Computer möglich ist

Kann das wirklich funktionieren? „Ja“ lautet die Antwort von Alfred Lange, dem Leiter der Abteilung für klinische Psychologie an der Universität Amsterdam. Der Mediziner arbeitet an der Entwicklung von psychotherapeutischen Methoden, die auf dem Schreiben von Texten beruhen und so eine Behandlung über das Internet ermöglichen. Dabei geht sein Ansatz über den bloßen Austausch von E-Mails hinaus: „Die Teilnehmer schreiben in eine eigene Webseite, über die sie auch Rückmeldung von ihrem Therapeuten erhalten. Dabei folgt der Behandlungsablauf einem strengen Muster“, erklärt Alfred Lange.

Rund 300 Menschen wurden von Lange und seinen Kollegen bislang per Internet betreut.

Die Argumente für die Alternative zur Freud’schen Couch: Internet-Therapie ist erfolgreich und schnell. „Bei rund zwei Dritteln der online betreuten Patienten haben sich die Symptome deutlich gebessert“, sagt der Forscher. Zum Vergleich: Bei der traditionellen Psychotherapie rechnet man je nach angewandter Methode typischerweise mit einer Erfolgsquote von bestenfalls vierzig bis fünfzig Prozent. Dabei kommt diese in vielen Fällen nicht mit zehn Sitzungen aus wie bei der Internet-Therapie.

Für Lange ist das Medium Computer nicht einmal unbedingt für den Erfolg ausschlaggebend: „Der Ablauf der Internet-Therapie basiert auf dem Wissen aus zahlreichen erfolgreichen Studien mit Patienten, die in persönlichen Sitzungen behandelt wurden.“ Die Internet- basierte Therapie ist jedoch in vielen Fällen eine interessante Alternative: für Menschen, die häufig reisen müssen, die weit weg von einem Therapeuten wohnen – oder die sich nicht ins Zimmer des Psychologen trauen. Viele Menschen möchten ihre intimsten Gedanken und Gefühle lieber einem Computer-Bildschirm anvertrauen als direkt einem anderen Menschen.

 

Auch LiebesDoc hat sich diese Forschungsergebnisse zunutze gemacht und bietet Internet-Therapie an

Die Behandlung selbst basiert auf einem dreischrittigen therapeutischen Modell: Trauerarbeit, Selbstwertaufbau und Neuorientierung.

Zu Beginn unserer gemeinsamen Arbeit steht die Trauerarbeit im Vordergrund.

Vielleicht stehen Sie noch unter Schock und können noch gar nicht glauben, was mit Ihnen momentan passiert. Ihre Gedanken kreisen ständig um Ihren Expartner und die vergangene Beziehung. Vielleicht hoffen Sie noch auf eine zweite Chance, wollen das Ende der Beziehung nicht wahrhaben, suchen die Schuld für die Trennung bei sich selbst und fragen sich, was Sie falsch gemacht haben. Erst wenn Sie akzeptiert haben, dass das Ende endgültig ist, können Sie die Trauer und auch die Wut über den Verlust zulassen und spüren. Dies ist ein notwendiger Schritt, denn nur so können Sie mit Ihrer vergangenen Beziehung abschließen und wieder offen für Neues werden.

Danach gilt es, Ihr Selbstwertgefühl (wieder) zu steigern, denn eine Trennung ist immer eine massive Attacke auf das eigene Selbstbewusstsein. Viele meiner Patient-Inn-en machen sich gewaltige Vorwürfe, was sie alles hätten besser machen können, und oft höre ich Sätze wie „Wenn ich mich nur auf diese oder ähnliche Weise verhalten hätte, dann wären wir noch zusammen!“. Aussagen wie diese haben immer mit Selbstzweifeln zu tun, die wir in dieser Phase abbauen werden. Und nicht nur das – ich helfe Ihnen dabei, zu dem selbstbewussten Menschen zu werden, der Sie schon immer sein wollten.

Sobald Sie das Gefühl entwickelt haben, auch ohne Beziehung ein wertvoller Mensch zu sein, der Liebe verdient, dann befinden Sie sich bereits in der Phase der Neuorientierung, in der Sie allmählich mit der Beziehung abschließen und sich auch wieder vorstellen können, sich auf eine neue Beziehung einzulassen. Und was noch viel wichtiger ist, Sie können sich allein wohlfühlen wieder Glück und Erfüllung in Ihrem Leben finden – mit oder ohne Partner an Ihrer Seite.

So seltsam es klingt, aber Sie werden schon bald merken, dass Liebeskummer auch etwas Gutes an sich hat. Wenn Sie sich aktiv mit Ihrem Trennungsschmerz und Ihrer vergangenen Beziehung auseinandersetzen, lernen Sie sich selbst besser kennen, entdecken Verhaltensmuster an sich, die vielleicht immer wieder zu Problemen in Ihren Partnerschaften geführt haben. So vermeiden Sie einerseits „Fehler“ in einer neuen Partnerschaft und können dadurch gestärkt und vertrauensvoll in eine neue und bessere Beziehung finden.

Quelle: Geist und Gehirn

Weitere Infos: Ärzteblatt 

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